Schul- und Heimatmuseum geöffnet - Sonderausstellung ''Macht und Pracht der Schwarzenbacher Fürsten Schönburg-Waldenburg''


am "Kerwa"-Sonntag, 08.10.2017
14.00 bis 18.00 Uhr
 
Sonderausstellung zu Schwarzenbachs fürstlicher Vergangenheit
 
„Macht und Pracht“, so lautete das Motto des „Tags des offenen Denkmals 2017“, der am 10. September bayernweit stattfand. Wie schon in den vergangenen Jahren beteiligte sich auch das Schul- und Heimatmuseum Schwarzenbach an dieser Aktion. Zwar gibt es in unserer Stadt keine prunkvollen Bauwerke, wie die bekannten Schlösser und Burgen reicher und mächtiger Landesfürsten oder Könige, die man staunenden Besucherscharen zur Besichtigung öffnen könnte. Doch hatte auch hier ein sehr bedeutendes Fürstenhaus über 300 Jahre lang eine Niederlassung und großen Einfluss auf das Geschehen in Schwarzenbach und Umgebung: Die Fürsten von Schönburg-Waldenburg.
 
Sie bewohnten zunächst das Förbauer, dann das Schwarzenbacher Schloss - ein vergleichsweise bescheidenes Bauwerk, das seit 1980 als Rathaus unserer Stadt dient. Darüber hinaus gab und gibt es hier noch zahlreiche Zeugnisse ihres Wirkens. Aber nur wenige Bewohner Schwarzenbachs kennen diese und wissen über die Geschichte und die Bedeutung des Adelshauses Bescheid.
 
Das Schul- und Heimatmuseum hatte es sich daher anlässlich des diesjährigen Denkmalstages zur Aufgabe gemacht, die Bedeutung der Schönburg-Waldenburgs in Erinnerung zu rufen. In akribischer und zeitaufwendiger Arbeit hat das Museumsteam eine kleine Sonderausstellung zusammengestellt, die den Titel trägt: „ Macht und Pracht des Fürstenhauses von Schönburg-Waldenburg – und was in Schwarzenbach an der Saale davon geblieben ist.“
 
Anhand von Texten und Grafiken lässt sich die Geschichte des Adelshauses verfolgen, das erstmals im Jahr 1130 urkundlich erwähnt wurde und im Laufe der Jahrhunderte seinen Einflussbereich auf große Gebiete Südwestsachsens bis hinein nach Böhmen und in unsere Region erweiterte. In Schwarzenbach endete die Zeit der hier wohnenden Schönburgs 1915 mit dem Tod des Prinzen Karl Ernst, der seinen Sohn Friedrich Ernst um 5 Jahre überlebte. Bis in den 60-er Jahren der gesamte fürstliche Besitz verkauft wurde, bestand noch die Fürstlich-Schönburg´sche Verwaltung.
 
Auf zahlreichen Fotos werden die Schlösser der Schönburg-Waldenburgs und die zuletzt hier lebenden Mitglieder der fürstlichen Familie gezeigt, die in Schwarzenbach recht beliebt waren.
 
Der Ausstellungsbesucher erfährt aber auch etwas darüber, welche Bauwerke oder andere Zeugnisse der Fürstenzeit heute noch in unserer Stadt zu finden sind, wobei das jetzige Rathaus wohl das markanteste aber nicht das einzige noch existierende Gebäude ist.
 
Andere, die inzwischen abgerissen wurden, zeigt die Ausstellung ebenfalls, zum Beispiel das Förbauer Schloss, das übrigens nicht identisch mit dem Rittergut war. In der Sonderausstellung findet man auch Fotos von den letzten in Schwarzenbach lebenden Fürsten und ihren Familien, die in unserer Stadt recht beliebt waren und man erfährt, ob und wo noch ihre Nachfahren leben.
 
Was hat Gloria von Thurn und Taxis mit Schwarzenbach zu tun?
 
Die Antwort ist gar nicht so schwer, wenn man die Geschichte des Adelsgeschlechts der Schönburgs verfolgt: Gloria ist bekanntermaßen eine geborene von Schönburg-Glauchau. Die Schönburgs waren aber auch über 300 Jahre lang in Schwarzenbach vertreten, allerdings mit der Linie Schönburg-Waldenburg. Beide Linien des Adelsgeschlechts haben sich in der Mitte des 16. Jahrhunderts aus der ursprünglichen Schönburg-Dynastie entwickelt. Gloria und die Schwarzenbacher Fürsten haben so tatsächlich gemeinsame Urahnen. Ob auch Gloria das weiß, ist nicht bekannt.
 
Solche und viele weitere interessante Zusammenhänge und Erkenntnisse lassen sich aus der Sonderausstellung gewinnen.
 
 
Foto: Dieser stolze Herr ist Prinz Friedrich Ernst, der bis 1905 im Schwarzenbacher Schloss lebte. 
Foto oben: Das Wappen befindet sich an der Südseite des Schwarzenbacher Rathauses.
 
Die ehemalige Bahnhofsuhr im Schul- & Heimatmuseum
 
Schon viele Jahre dämmert das Schwarzenbacher Bahnhofsgebäude für Reisende versperrt unter verschiedenen Eigentümern einer ungewissen Zukunft entgegen. Ein wichtiges Inventarstück konnte aber der Nachwelt erhalten werden: Das Schul- & Heimatmuseum der Stadt Schwarzenbach an der Saale hat vor einiger Zeit die alte Bahnhofsuhr, die im Inneren des Gebäudes vor dem Anbau der neuen Wartehalle Fahrgästen jahrzehntelang die Zeit angezeigt hatte, von Frau Claudia Plaum übereignet bekommen. Diese hatte nach dem Verkauf des Gebäudes durch die Bahn die Uhr im Laden „Pipolino“ entdeckt und erworben. Bevor die Uhr dem Schul- & Heimatmuseum geschenkt wurde, diente sie als Dekoelement im Wohnzimmer der Familie Plaum.
 
Bei einem Besuch im Museum entdeckte Hannes Wienands, u.a. als Uhrenliebhaber bekannt, das Exponat und bot an, die Uhr zu überholen und wieder gangbar machen zu lassen. Mit der Reparatur beauftragte er Uhrmachermeister Max Eichhorn aus Selb, der neue batteriebetriebene Laufwerke einsetzte und Zifferblätter und Zeiger restaurierte. Die dabei entstandenen Kosten übernahm Hannes Wienands komplett.
 
Nun kann die wieder sekundengenau gehende Uhr in den Räumen des Schul- und Heimatmuseums ab sofort bewundert werden. Das Museums-Team um Dieter Seuß dankt Frau Plaum und Herrn Wienands für die großzügige Spende und freut sich über so viel Unterstützung und Engagement für das Museum.
 
Übrigens gibt es im Museum noch weitere Ausstellungsstücke aus Schwarzenbachs Bahngeschichte zu sehen, von alten Pappfahrkarten samt Lochzange bis zu historischen Fotos.
 
Die Sonderausstellung sowie alle anderen Abteilungen des Schul- und Heimatmuseums können am Sonntag, den 8. Oktober von 14.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden.
Der Eintritt ist frei.
Das Museumsteam freut sich auf viele Besucher.
 
 
 
Foto: Im Schulmuseum mit Claudia Plaum & Hannes Wienands
 
 
 
 

 

Stand der Informationen: 09.10.2017